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Paulaner

Brüder des Heiligen Franz von Paul und Paulaner Brauerei

Unter Wilhelm IV. entstand der „Lustgarten Neudegg“, ein Jagdschloss, in dem der „herzogliche Hof“ im Sommer Landaufenthalt nahm. Sein Sohn, Albrecht V., ließ in der Nähe seines Neudecker Hofgartens ein kleines Kloster erbauen, in das „Basilianer-Mönche“ einzogen. Diese gaben sich aber „der Hurerei, des unziemlichen Saufens, gotteslästerlichen Fluchens und dergleichen Übel mehr“ hin, worauf der Herzog meinte, sie „passen mit ihren lockeren Sitten besser nach Rom“. Da sie „zur Seelsorge nicht taugten und ein zu burschikoses Leben führten“, wurden sie bereits nach einem Jahr wieder entlassen. Nun kamen die Paulaner aus Burgund in das Kloster, denen nur Brot, Öl und Fische als Nahrungsmittel erlaubt war. Doch die Art und Menge des täglichen Trunkes standen ihnen frei, nach der bewährten Klosterregel: „Was flüssig ist, bricht keine Fasten!“

Durch das Erbe der „Lärchlbrauerei“ an der Neuhauser Straße konnten die Paulaner seit dem Jahr 1634 ihr Bier für den Eigenbedarf brauen. Eine Ausnahme vom Schankverbot gab es nur an den Festtagen des Ordensgründers, ab dem 2. April. Das „Heilig-Vater-Fest“ hatte große Anziehungskraft und wurde zum Volksfest. Zu diesem Fest wurde ein besonderes Bier ausgeschenkt, das „Herrenbier“ oder „Heilig-Vater-Bier“ hieß. Damit gaben die Paulaner-Ordensmänner der erfolgreichsten Münchner Brauerei ihren Namen. Das Paulanerbier, das seit dem Jahre 1774 von dem Sohn eines oberpfälzischen Bierbrauers, Valentin Stephan Still - besser bekannt unter dem Namen Frater Barnabas - gebraut wurde, hatte mit dem Namen „Herrenbier“ klingende Bezeichnung und ein völlig neues Bockbier geschaffen. Nach der Aufhebung des Klosters - anno 1799 - wurden die Gebäude zunächst in ein Lazarett, dann in ein Strafarbeits- und Zuchthaus umgewandelt. Franz Xaver Zacherl erwarb anno 1813 die ehemalige Klosterbrauerei und führte die Starkbiertradition unter neuen Namen fort. Der Name „Salvator“ bot sich fast von selbst an. Der Salvatorausschank erfolgte in der anno 1822 auf dem Gelände des Paulanergartens neu errichteten Wirtschaft „Zacherlgarten“; seit dem Frühjahr 1861 dann im „Salvatorkeller“ auf dem Nockherberg. Der „Salvatorkeller“ an der Hochstraße wurde anstelle eines Lagerkellers errichtet.

In den massiven steinernen Gewölben der Salvatorbrauerei im Nockherberg, befand sich während des 2. Weltkrieges die bombensicher untergebrachte „Befehlszentrale der Münchner Luftschutzleitung“.
Die in der Umgebung lebenden Auer und Giesinger durften den Lagerkeller der Salvatorbrauerei als Schutzraum nutzen. Am 7./8. Oktober 1943 kam es zu einer Panik mit acht Toten, die beim Gedränge hinfielen und von den nachfolgenden Menschenmassen ertreten worden waren.

Die Brauerei plante an der Ohlmüllerstraße ein neues Sudhaus. Der Plan des Architekturbüros Florian Nagler sah vor, dass hinter der zu erhaltenen Fassade der alten Zacherlschen Brauerei ein gläserner Neubau mit den neuen Sudlinien entsteht. Dabei soll auch die Aufenthaltsqualität im Viertel steigen. Neben einer Gasse zwischen dem Neubau und der alten Fassade, die einen Blick auf die Kupferkessel ermöglicht, soll ein neuer Platz am Auer Mühlbach entstehen. Die Brauerei verkauft auch ein Stück ihres Geländes und ermöglicht so die Fortsetzung des Fußweges entlang des Auer Mühlbaches. Die Bauarbeiten werden wohl nicht vor Ende 2007 beginnen.

Diese Planungen sind schon wieder überholt. Nun wird die Brauerei nach Langwied in München umziehen.


 

Sudkessel der Paulaner-Brauerei



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