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Hoffischerei

D I E    F E R D I N A N D  S C H E   H O F F I S C H E R E I    A M   N E U D E C K 

In Neudeck befanden sich zwei „Hoffischereien”: Die „Hoffischerei in Untergiesing“ und die so genannte „Ferdinand´sche Hoffischerei“. Schon Herzog Albrecht V. huldigte hier dem Fischsport. Ein „Hoffischer“, für welchen im Jahr 1561 ein Wohnhaus erbaut wurde, musste die „Fischerei“ beaufsichtigen und in gutem Zustand halten.

Die „Ferdinand’sche Hoffischerei” lag direkt am Schloss und war durch den „Auer Mühlbach“ in zwei ungleiche Teile geteilt. Sie umfasste fünf „Weiher“, wovon sich zwei in einem Gewölbe am Berghang befanden. „In beiden Teilen sind in jenem über den Isararm gegen die Kirchen zu gelegenen, die größeren Fischbehälter und in jenem an dem
Haus entlegenen die Aufhaltungen für die edleren Fische: Forellen, Aschen, Saibling. Die Weiher sind teils in der Mitte gegraben, teils ziehen sie sich an der Wand hin und werden
aus dem anliegenden Berge mit frischem Brunnenwasser versehen - mit ausgezeichnetem Quellwasser, gleichsam als hätte sich die Schöpfung schon diesen Platz hiezu vorbehalten”
.

Zur Aufzucht kamen die Jungfische zunächst in die „Neudecker Weiher“, um später dann in die „Hoffischerei in Untergiesing” versetzt zu werden. Am 3. Mai 1586 kaufte Herzog Ferdinand die „Neudecker Weiher“. Da er den Besitz - aufgrund seiner unübersichtlichen
finanziellen Situation - auf Dauer nicht halten konnte, schenkte er ihn anno 1593 seinem „Stallmeister“ Wilhelm Leb. Davon ausgenommen war das „Brunnwerk“, welches später an die bürgerlichen Kreditgeber und an die Stadtgemeinde München zurückfiel. Die Gläubiger veräußerten nach Ferdinands Tod - anno 1609 - das „Brunnhaus“ und den „Wasserturm“ an Herzog Wilhelm V.. Im Mai 1611 schenkte Wilhelm Leb die „Ferdinand´sche Fischerei“
an den Herzog, der sie im Oktober allerdings wieder verkaufte, um sie sich bei seinen späteren Ankaufsund Schenkungsaktionen wiederum anzueignen. Die Unterhaltung der „Fischereien“ oblag dem hochangesehenen „Hoffischer”. Daneben beschäftigte man sechs „Fischknechte“, die beim Fischen mithalfen, die Weiherreinigung beaufsichtigten und die Weiher im Winter eisfrei hielten.

Auch die Auer Bevölkerung war für die „Hoffischerei“ zur Leistung von „Scharwerkdiensten” verpflichtet, brachte dazu allerdings wenig Begeisterung auf und sah sich mit dem „Säubern der Weiher und Behältnisse“ von ihren eigentlichen Arbeiten abgehalten. Mehrmals baten sie - allerdings vergeblich - um Entlastung von dieser schweren und unangenehmen Tätigkeit.

Bei dem innigen Zusammenhang der „Fischereien“ mit „Neudeck“ wurden auch sie in dessen Verfall mit hineingezogen. Die „Wasserwerke“ wurden ruinös. Schon im Jahr 1725 gingen viele Fische zu Grunde, weil die Quellen zu wenig Wasser führten. Die „Hoffischermeister“ mussten unendliche Mühen und Verdrießlichkeiten bei der Wiederinstandsetzung der Weiher auf sich laden. Es kam zu ständigen
Streitigkeiten mit den Paulanernwegen der Instandhaltung der Brunnenwerke, der Teicheinfassungen und der Mauern. Schließlich gab es ab dem Jahr 1790 Überlegungen,
die „Neudecker Fischerei” ganz aufzulassen oder zu verpachten, da sie sich nicht mehr rentierte. Das Jahr 1805 brachte ihre Auflösung, nachdem auch das ehemalige Kloster einer anderen Funktion zugeführt wurde. Das Haus des „Hoffischers“ wurde samt dem dabei befindlichen Garten der „Strafarbeitshaus-Verwaltung“ übergeben. In dieser Bestimmung blieb es bis zu seinem Abbruch.



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