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Brunnhaus

Herzog Ferdinand von Baiern, genannt der „Wartenberger“, ein Bruder des regierenden Fürsten Wilhelm V., schuf sich das „Brunnhaus zu Neudeck” für die „Wasserspiele
und Brunnen“
seines in München gelegenen „Lustgartens“.

Für dieses - bis zum „Rosental“ durchreichende - Anwesen am „Rindermarkt“ diente der heute freistehende „Löwenturm“ als Wasserturm. Herzog Ferdinand war zu seiner Zeit eine schillernde Figur. Er führte anno 1583 die baierischen Truppen gegen den protestantisch gewordenen „Kurfürsten und Erzbischof von Köln“ an und versuchte im gleichen Jahr, sich mit der verwitweten Königin Maria Stuart, die damals bereits Gefangene der Königin Elisabeth von England war, zu verheiraten. Nachdem dieser Plan scheiterte, vermählte er sich im Jahr 1588 - in „morganatischer Ehe“ - mit Maria Pettenbeck, der Tochter des „herzoglichen Landrichters und Kastners zu Haag“, mit der er sechzehn (!) Kinder zeugte. In dem von ihm verwalteten Gebiet um „Schongau“ fanden - unter seiner Aufsicht - die ersten altbaierischen „Hexen-Prozesse“ statt, bei denen im Jahr 1589, nach dreijährigem Prozess, 63 Frauen verbrannt wurden. Anno 1586 gab der Herzog einen großen Brunnen für seinen Münchner Garten in Auftrag und ließ dafür - sowie zur Versorgung seiner „Auer Fischweiher“ - am „Neudeck“ ein „Brunnwerk“ erbauen. „Zur Ergötzlichkeit des obliegenden Wasserbaus“ kaufte er von der Stadt München Quellwasser dazu. Der höchst komplexe, von Hubert Gerhard gestaltete „Röhrenbrunnen“ - mit seinen 152 Wasserdüsen - gelangte nach dem Tod des chronisch überschuldeten Herzogs in die Konkursmasse.


 

Brunnen Am Joseph-Holzer-Weg



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Der Brunnen befindet sich heute im „Brunnenhof der Residenz“, nachdem ihn Herzog Maximilian I. im Jahr 1611 erwarb. Im Jahr 1597 gestattete der „Münchner Rat“ Herzog
Ferdinand „sein übriges“, in seinen Gärten nicht benötigtes Wasser beim Schiffertor - „ohne Beschädigung des Straßenpflasters und der städtischen Deichel“ - in die Stadt
zu leiten und zu verkaufen. Das heißt, dass das in der Au gewonnene Wasser nicht der Auer, sondern der Münchner Bevölkerung zu Gute kam. Erst im Jahr 1808 erhielt
die „Vorstadt Au“ eine „Wasserleitung“. Mit 163 „Teicheln“ brachte man das Trinkwasser aus 23 Quellen zu den neun auf öffentlichen Plätzen aufgestellten und in zwanzig Privathäusern angebrachten „Brunnen“. Die Herstellung der „Wasserleitung“ war für die Au eine Wohltat, da die „Vorstädter“ erstmals mit reinem Quellwasser versorgt werden
konnten. Bis dahin entnahmen sie das Wasser entweder aus der Isar oder sammelten es in Zisternen.

Das achteckige „Neudecker Brunnhaus“, das sich im Besitz des „Neudeckerwirts“ Mareis befand, lieferte mindestens 150 Steften Trinkwasser, doch die Gemeinde Au bezog
nur sechs bis acht Steften für fünf Gulden jährlich. Über die „Franziskanerbrauerei“ kam das „Brunnwerk“ anno 1833 um 100 Gulden in den Besitz der „Vorstadt“. Da das
Wasser über ein Pumpwerk nach oben gepresst werden musste, aber keine Möglichkeit für die Installation eines Treibrades im „Auer Mühlbach“ vorhanden war, konnte
das Werk nicht maximal genutzt werden. Erst nachdem der „Neudeckerwirt” im Jahr 1835 den nötigen Grund verkaufte, konnte die optimale Leistung erzielt werden.



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