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Marienklausensteg

Der „Marienklausensteg“ liegt unterhalb des rechten Steilufers. Dort, am Fuße der „Hochleite“, überquert er den Fluss und bildet für Fußgänger und Fahrradfahrer die einzige Verbindung zwischen der „Tierparkbrücke“ im Norden und dem in der „Großhesseloher Brücke“ geführten Fußgängersteg im Süden. Nachdem sich die „Gartenstadt Harlaching“, die „Villenkolonie Prinz-Ludwigshöhe“ und „Großhesselohe“ entwickelt hatten und der „Tierpark Hellabrunn“ in den Jahren 1910 und 1911 entstanden war, wuchs auch das Bedürfnis nach Spazierwegen und einer Fußgängerbrücke zum gegenüberliegenden Ufer. Erst in den Jahren 1919 und 1920 ließ die Stadt München den „Marienklausensteg“ für Fußgänger im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme - nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg - erbauen.

Die Brücke ruhte auf acht Pfeilern, die neun Joche bildeten. Das rechte und extrabreite Joch war für die Floßdurchfahrt gedacht. In seiner Bescheidenheit passte sich der Steg gut in die Auenlandschaft ein. Durch die enge Stellung der Brückenjoche erhält man einen guten Eindruck, wie bereits zu Julius Cäsars Zeiten hölzerne Brücken ohne größeren konstruktiven Aufwand über die Flüsse geschlagen wurden.

Seinen Namen erhielt der neue „Marienklausensteg“ von der - im Jahr 1866 durch den Wassermeister Martin Achleitner gestifteten - „Marienklause“.

Bereits im Jahr 1927 waren die längslaufenden Holzträger aber so stark verfault, dass sie durch Stahlprofile ersetzt werden mussten. Durch dieses Provisorium entstand ein Metallmix aus Holz, Stahl und Beton und gab der Brücke ein äußerst merkwürdiges Aussehen. Im Jahr 1991 erfolgte die Ausschreibung eines Wettbewerbs der Stadt zum Brückenneubau. Einundzwanzig Teams reichten ihre Vorschläge ein. Die wesentlichsten Forderungen für die Gestaltung waren: die Brücke zeitgemäß zu konstruieren und sie unter Erhaltung des wertvollen Baumbestands an den Ufern gut in die Flußlandschaft einzufügen. Daneben bestanden allerhand gewässertechnische und einige die Nutzung betreffende Auflagen.

Mit einer einfachen und geraden Verbindung von Ufer zu Ufer gaben sich die ehrgeizigen Planer nicht zufrieden, weshalb sie die Brücke zweimal annähernd rechtwinkelig um die Ecke führten. Durch diese „Verkröpfung“ musste allerdings der sie tragende Betonstützpfeiler massiver und länger ausgeführt werden als die übrigen Brückenpfeiler. 3,5 Millionen DM kostete die neue, 120 Meter lange Brücke aus Stahl, Beton und Eichenbohlen, deren Grundgerüst sich aus achtzehn großen Bauteilen zusammensetzt. Als Schmankerl für die Spaziergänger führt ein 35 Meter langer Stichsteg zu einer kleinen Aussichtskanzel. Dieser war anfangs zu schwach konstruiert worden und geriet beim Betreten in heftigste senkrechte Schwingungen. Zur Abhilfe dieses Missstandes musste eiligst eine primitive hölzerne Notstütze unter den Steg geklemmt werden. Da erwies es sich als ein ausgesprochenes Glück, dass schon zuvor die „Clownesse“ Antoschka vom „Russischen Staatszirkus“ auf dem Einrad und mit ihrem Kater Fredi auf der Schulter die Fußgänger- und Radfahrerbrücke überquerte. In Russland betreten traditionell Katzen neue Bauwerke als erste, um böse Geister zu vertreiben.


 

Marienklausensteg



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