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Marienklause

Dort, wo seit dem Jahr 1330 mit einem Wehr die Isar nach Westen gezwungen und damit gleichzeitig der Zufluss zum „Auer Mühlbach“, dem wichtigsten Gewerbegewässer der Gegend auf der rechten Isarseite, geregelt wurde, befand sich eine Schleuse, mit der ein natürlicher östlicher Isararm zur geregelten Abgabe seiner Wasserkraft gezwungen wurde. Die Flößer fürchteten das „Auer Wehr“, da sie - durch das starke Gefälle der Isar unterhalb von Großhesselohe - extrem schnell auf die wasserbautechnische Anlage zugetrieben wurden und eine gefährliche Stromschnelle das Unfallrisiko zusätzlich erhöhte. Die Flößer beteten deshalb vor dieser Passage um den nötigen Beistand.

Im Jahr 1815 gerieten die Gebrüder Achleitner bei Hochwasser mit ihrem Floß an den Schleusensteg, so dass das Floß zerbrach und die beiden schwerverletzten „Fergen“ im reißenden Wasser trieben. Im letzten Moment konnten sie sich noch an einem der aus dem Wasser ragenden Pfosten festklammern. Im Angesicht des Todes schwörten sie, der „heiligen Jungfrau“ eine Kapelle zu erbauen, führten das Gelübde aber nie aus.

Erst fünfzig Jahre später baute der Sohn eines der Flößer, Martin Achleitner, die „Marienklause“. Auch er, der seinen Dienst als Wasserbaumeister und Aufseher am Wehr des „Auer Mühlbachs“ ausführte, verlobte sich der Gottesmutter für „öftere Errettung aus Hochwasser- und Felssturzgefahr“. In den Jahren 1865/66 errichtete er hinter dem einsam gelegenen Schleusenwärterhäuschen die „Marienklause“, eine kleine Kapelle aus Holz und Grottenwerk mit einem Türmchen, in deren Altarraum sich eine Marienfigur befindet. Die Kapelle war einerseits von den Hochwasserfluten der Isar, andererseits von Felsstürzen des Nagelfluhsteilhangs bedroht. Eng an den Isarsteilhang geschmiegt, von Bäumen, Sträuchern und Büschen schützend umgeben, war die Kapelle den direkten Blicken entzogen. Und als sich etwa zehn Jahre nach Errichtung der „Marienklause“ ein riesiger Nagelfluhfelsen vom Steilhang löste und verhängnisvoll nach unten donnerte, blieb sowohl die Kapelle als auch das Wohnhaus - wie durch ein Wunder - unversehrt. Unter der Kapelle lud der „Jakobsbrunnen“ in der kleinen kühlen Grotte den Pilger zu einem Schluck frischen Quellwassers ein. Da der „Stahlwasser“ genannten Quelle Lebens- und Heilkraft nachgesagt wurde, schöpften viele vom kostbaren Nass oder füllten es in mitgebrachte Fläschchen.

Zur „Marienklause“ gehört auch das eingezäunte Gärtchen mit vierzehn Kreuzwegstationen und einem Steinaltar unter hohen, schattigen Bäumen. Noch immer besuchen viele Menschen die idyllisch gelegene „Marienklause“, wovon zahlreiche Votivtafeln, Rosenkränze, Heiligenbilder, selbstgefertigte Gaben und die voller Hoffnung flackernden Kerzen ein Zeugnis abgeben.

Natürlich hatte auch die Isar ihre romantisch-grauslichen Geschichten über Feen und andere Märchenwesen. So erzählte sich das Volk schon vor vielen Jahren, „daß in früheren Zeiten die Floßknechte betend das Isarwehr bei der Marienklause passierten, um vor dem Lied der Isarnixe geschützt zu sein; denn wer ihren Gesang vernahm, der mußte bei einer seiner nächsten Floßfahrten ertrinken. Es wird auch geraunt, daß bei drohendem Hochwasser die Isarnixe durch die Isarauen husche und den einsamen Wanderer durch kleine Flämmchen vom sicheren Weg ablocke, bis das Hochwasser ihn umbraust und er nimmer zurück kann. Helles Gelächter tut dann dem Verlorenen kund, daß er der Isarnixe zum Opfer gefallen.“

Es handelte sich wohl um dieselbe „Isarnixe“, die viele Jahre zuvor einen Musiker in den Isarfluten versinken ließ. Denn, so besagt es die Sage, „wenn droben im Isartal der Spätsommer seinen Einzug hält, hört der einsame Spaziergänger bei den Thalkirchner Überfällen gar oft schmeichelnde Lockrufe ertönen. Das ist die Isarnixe, die in dieser stillen Gegend hausen soll. Als der Bayernherzog Albert IV. im Jahre 1487 sich mit Kaiser Maximilians Tochter Kunigunde vermählte, ging es hoch her. Spielleute kamen nach München und musizierten zum Schmaus und Hochzeitstanz. Unter diesen Fremdlingen war ein hübscher junger Fant, der im Spielen der Sackpfeife Meister war. Besonders verstand er es, mit diesem Instrument verschiedene Vogel- und Tierstimmen nachzuahmen. Als die Kunst des Spielmanns in der Stadt immer bekannter wurde, kamen tagtäglich viele Leute, um sein Spiel zu hören. Auch ein schönes Edelfräulein fand sich ein, hörte die wunderlichen Weisen und unterhielt sich mit dem Spielmann manche Stunde. Als eines Tages der Herzog mit seinem gesamten Gefolge einen Ausflug nach dem Jagdschloß Grünwald unternahm, fragte das Edelfräulein den Spielmann, ob er den Mut besitze, sein Leben zu wagen. „Es sei!“ rief der Jüngling und forderte von dem Edelfräulein Gelegenheit zur Tat. Da riß das übermütige Mädchen sein Geschmeide vom Hals und warf es in die Fluten der Isar. Ohne Besinnen stürzte sich der Spielmann in das reißende Wasser; aber die Isar gab beide nimmer zurück. Drei Tage - dann war auch das Edelfräulein spurlos verschwunden. Seit jener Zeit tönt der geisterhafte Lockruf „Tutli-i-i-i“. Wehe dem der diesem Rufe folgt!“


 

Marienklause Schlichtweg 15



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B A U B E S C H R E I B U N G 

Baubeschreibung: Schleusenwärteranwesens bei der Marienklause
01.06.1909 (Quelle Stadtarchiv München)

1. Bestand

a) Wohnhaus

b) Wachgebäude mit Gewächshaus

c) Werkstattgebäude

d) Schutzdach zur Lagerung

e) Gartenhäuschen

f) Schuppen

g) Kapelle
Dieselbe ist in den Berghang eingebaut. Umfassungswände mit Nagelfluhe – Findlingen gemauert und gewölbt, das Dach mit Schindeln eingedeckt. Die Umfassungswände sind außen mit Fichtenstangen verkleidet Bauzustand gut. Unterhalb der Kapelle befindet sich die im natürlichen Felsen gefaßte Quelle.

2. Es wurde festgestellt, daß der Unterhalt des gesamten Anwesens auf 200 Mark pro Jahr geschätzt wird.



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B I L D E R   M A R I E N K L A U S E 

Die Kapelle bei der Marienklause und dem Kreuzweg im Winter. Hier ist ein seltener Blick in die Kapelle gelungen, da es im Innern stockdunkel ist.


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Die Marienklause steht unter Denkmalschutz: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege



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