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Kraemer´sche Kunstmühle

U M B A U   D E R   K R A E M E R ' S C H E N   K U N S T M Ü H L E 

Die Geschichte der Mühle geht auf das Jahr 1701 zurück. 1863 wurde die ursprüngliche Papiermühle durch die Familie Kraemer erworben und zur Getreidemühle umgebaut. Der hier eingebaute, zur damaligen Zeit hochmoderne Maschinenpark berechtigte zur Führung des Namens „Kunstmühle“. Nach der totalen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1945 mit seiner heutigen charakteristischen Silhouette wieder aufgebaut. Nach intensiven Überlegungen wurde im Juli 2007 der Mühlenbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Anschließend hat die Eigentümerfamilie die Gebäude sensibel, behutsam und nachhaltig revitalisiert und renoviert, um sie – in der Verantwortung für den Weiterbestand dieses Kleinods – einer zeitgemäßen gewerblichen Nutzung zuzuführen. Die Harmonie von Gebäude, gewerblicher Nutzung und Landschaft stand hierbei an erster Stelle. Die Bauarbeiten wurden 2012 abgeschlossen. (Text von der Homepagewww.kraemermuehle.com).

Strom wird immer noch mit Wasserkraft durch den Auer Mühlbach erzeugt.

Der Film von Florian Kraemer und Alex Evangelinos fasst die Entwicklung der 1863 gegründeten Kraemer'schen Kunstmühle in München Untergiesing bis zur Fertigstellung des Umbaus zu Büro- und Gewerbeeinheiten im Jahre 2012 zusammen. Hierbei werden filmisch und dramaturgisch geschickt Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbunden.
http://www.youtube.com



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Blick auf die umgebaute Kraemer'sche Kunstmühle  


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G E S C H I C H T E 

Die hoch aufragende „Kraemer’sche Mühle“ war eines der letzten Zeugnisse der frühindustriellen Anfänge in Untergiesing. Ursprünglich war sie seit dem Jahr 1701 eine Papiermühle, die der Besitzer des Schlosses Harlaching, Baron Max Christoph von Mayr, errichten ließ und die Mitte des letzten Jahrhunderts zur Getreidemühle umgebaut wurde. Die Papiermühle war eine massive Konkurrenz für die älteren Papiermühlen in Thalkirchen und vor allem für die anno 1347 im Auer „Kegelhof“ gegründete „Schrenkenmühle“.

Carl Jakob Kraemer aus Bad Cannstadt kaufte im Jahr 1863 die Mühle für 87.000 Gulden und baute sie um. Wegen ihrer damals hochmodernen technischen Ausstattung, sie war die erste mit Turbinen betriebene Getreidemühle in München, durfte sie sich „Kunstmühle“ nennen. Ihre heutige Form bekam die Mühle 1960, als ein achtstöckiger Getreidesilo angebaut wurde.


 

Kraemer-Mühle Birkenleiten 41



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C H R O N I K 

Notizen aus der „Chronik der Kraemer´schen Kunstmühle München“ vom Prokuristen der Kraemermühle Max Paintner, der von 1903 bis 1958 dort tätig war

1701 Baron Max von Mayr, Besitzer von Schloß Harlaching, das 1796 abgebrannt ist, errichtet mit Bewilligung von Kurfürst Max Emanuel eine Papiermühle. Sie wird von den Erben Anton v. Mayr und dann Markus v. Mayr übernommen.

1760 Wird die Mühle von Ignaz Mayr betrieben.

1764 verpachtet Maria Josepha von Mayr an den Papiermachergesellen Anton Weidenauer.

1828 verkauft Markus von Mayr die Mühle an den Papierwerkmeister Michael Brandmiller, der die Mühle bereits seit 1810 betreibt. Nach dem Hausbuch der Pfarrei Obergiesing ist die Mühle am 7. Juni 1811 früh ½ 4 Uhr abgebrannt.

1853 Anton Buchner (Auer Wassergenossen) übernimmt die Mühle durch Heirat der Witwe Brandmiller und verkauft sie 1863.

1863 Karl Kraemer, der Sohn des Pächters der „Cannstatter Stadtmühle“ kauft die Mühle und baut sie in eine Getreidemühle um. Wegen der modernen Ausstattung darf sie die Bezeichnung „Kunstmühle“ führen.

1903 Der Chronist Max Paintner tritt in die Firma ein. Er schreibt: „So stand die Kraemermühle damals frei, behäbig und beherrschend im Talgrund der Untergiesinger Flur. Weitflächige Wiesen und Gärten umsäumten sie im Vorfeld und 1903 war auf dem mühleneigenen Grund an der Schönstraße sogar noch Getreide angebaut worden. Das unter Erlenbüschen verträumt fließende Fehlbächerl, über das eine graziös geschwungene Betonbrücke in den Mühlenkomplex führte, der mit Rassegeflügel reich besetzte Hühnerhof, dem man zunächst begegnete, die Obst- Gemüse- und Blumengärten zur Rechten und Linken, eine nicht zu übersehende Dungstätte neben dem Stallgebäude...
Hätte nicht ein Straßenschild unmissverständlich „Zur Kraemermühle“ verwiesen, man wäre versucht gewesen, sie für einen vornehmen Landsitz zu halten.“

Kein Wunder. Ein „klapperndes Mühlrad“ war nicht vorhanden. Das Mahlwerk wurde von 3 Turbinen getrieben. Von Anbeginn war die Mühle keine Kundenmühle, sondern eine Handelsmühle. Sie kaufte das Getreide im Handel und setzte ihre Produkte im Handel ab.
Der tägliche Ausstoß war 18 – 20 to. Weizen oder Roggen. Mit dem Führpersonal gab es 18 Beschäftigte.
Die Getreideanlieferung wurde von einer Spedition getätigt. Den Versand der Fertigprodukte besorgte der eigene Fuhrpark mit 4 Pferden und 2 Ochsen. Dazu gab es noch 3 Kühe, 6 Schweine und 60 Hühner, Gänse und Enten.
Die Kost für das Personal wurde von der Mühle gestellt. Frau Kraemer kochte selbst für alle.

Zur Familie:
Karl Kraemer, der Gründer der Mühle hatte 2 Söhne.

Friederich
hatte eine Tochter, die einen Rittmeister heiratet und nach Abfindung aus dem Unternehmen ausscheidet.
und
Otto
hatte 3 Söhne und 1 Tochter.

Die Söhne Heinz und Walter, welche nach dem Vater die Mühle leiten, haben als Nachfolger Reinhard, als Sohn von Heinz, und Thomas, Sohn von Walter.

1944 Am 22. November kam die erste Bombardierung mit schweren Schäden.

Am 27. November die zweite Bombardierung und die totale Zerstörung (siehe Foto).

1949 1. Oktober: Weihe der neuen Mühle nach 4 ½ Jahren Bauzeit.

2007 der Mühlenbetrieb wird eingestellt

2012 Textauszug aus der Homepage kraemermuehle.com
Auf einem 37.000 qm großen Grundstück finden Sie die seit 1863 bestehende Kraemer’sche Kunstmühle. Moderne Architektur (SchindhelmMoserArchitekten) verwandelte das Gebäude in ca. 4.000 qm repräsentative Mietflächen, die sowohl die Anforderungen an Technik und Funktion, als auch ökologische Grundsätze erfüllen (z.B. Pelletheizung, Stromerzeugung mit eigener Wasserkraft). Im Erdgeschoss betreibt eine Kaffee-Rösterei das Caffé Fausto.


 


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Stadtanzeiger 1996: Leises Surren statt Klappern am rauschenden Bach



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