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Arbeitsvertrag

Gegenseitige Verbindlichkeiten des Bräuhausinhabers und seines Personals.

(Abgeschriebene „Übersetzung“ des in Süterlinschrift verfaßten Arbeitsvertrages der Brauerei am Nockherberg vom Ende des 19. Jahrh., heute Paulaner. )
Alle Rechtschreibfehler wurden von mir übernommen. A. Peppler, 8.10.2003.



1. daß jeder den Anschaffungen des Bräumeisters und des Oberknechtes genau folge, und ihnen die gebührende Achtung erweise.

2. daß sich keiner betrinke.

3. keine Raufereien anfange.

4. kein Komplott unter seinen Kameraden anfange.

5. daß keiner Freunde um zu trinken in die Bräuknechtstube führe, oder anderswo Jemanden Bier verabreiche, jeder selbst aber das Bier nicht bei jeder Arbeit, sondern bloß in der Bräu=Knecht=Stube trinke.

6. daß alle Spiele unterlassen bleiben.

7. daß keiner, der dem anderen Geld vorstreckt, von mir zu erwarten hat, daß ich demselben am guthabenden Lohn hierfür etwas abziehe.

8. keiner darf die Sudzeit hindurch, weder an Werk= noch an Feiertagen, selbst auch nicht zur Faßnachtszeit des Abends ausgehen, sollte jedoch ein Ausgang notwendig seyn und die Zeit es erlauben, so muß derselbe es jederzeit dem Oberknecht vorher anzeigen, und längstens bis 9 Uhr Abends wieder zu Hause sein. Auf anderem Wege als durch die Haustüre herein zu kommen, ist strengstens verboten.

9. Jeder, der mir an Gebäuden, oder Einrichtungen aller Art etwas verdirbt, oder ganz oder zum Theile unbrauchbar macht, sey es durch Ungeschick-lichkeit, Nachlässigkeit oder gar absichtlich Schaden zufügt, hat vollen Schaden-Ersatz zu leisten.

10. keiner darf während der Sudzeit ohne besonders wichtigen Grund austreten, und hat dabei die gewöhnliche 14 tägige Aufkündigung genau einzuhalten.

11. für Erfüllung der vorstehenden 10 Bedingungen erhält jeder Bräuknecht von mir die Dauer der Sudzeit hindurch an Monatsgeld fl 12,- und jeder Helferfl 10,- nebst Wohnung, Kost und Trunk, und zwar ob auf einer oder auf zwei Pfannen, ob übergesotten wird oder nicht.
Die ersteren Bräuknechte erhalten überdies noch angemessene Zulagen.

12. An vorstehender Zahlung per fl. 12,- und fl 10,- sind aber ausdrücklich für jeden Bräuknecht und Helfer monatlich fl 8,- und 6fl als Lohn, und fl 4,- als Gratifikation bestimmt, bei den Schäfflern, Hausknechten u. d. gl. hat eben-falls eine verhältnismäßige Gratifikation statt, welche zurückbehalten, und erst am Ende der Sudzeit auf einmal bezahlt wird.

13. die Kost besteht Morgens in einer Brod=oder eingekochten Suppen, Mittag in Suppe Voressen oder Knödel und ¾ Pfd Fleisch mit Gemüse, Abends in Suppe, die Woche dreimal Braten, dreimal ¾ Pfd Fleisch in der Sauce und einmal jedem zwei Leberwürste, auch täglich jedem ein Weckel Brod.

14.obige Kost muß aber im Speisezimmer verzehrt, und darf außer Brod vom Tische nichts mitgenommen werden. Ausnahmen finden nur in besonderen Fällen, bei den Pfannenknechten und dem ersten Mälzer statt, die ihre Kost dann selbst im Speisezimmer holen müssen. Wer beim Essen nicht zuhause ist, hat später keinen Anspruch mehr darauf.

15. Im Falle einer Krankheit wird jeder von mir drei Tage umsonst verpflegt, bei längerer Krankheit aber muß derselbe für Wohnung und Pflege selbst sorgen.

16. demjenihen, der während der Sudzeit wenn auch mit Grund seinen Austrit verlangt, steht mir frei, Gratifikation zu geben oder nicht. Jeder aber, der sich gegen den Inhalt gegenwärtiger Übereinkunft verfehlt, kann ich sogleich fortschicken und derselbe hat in diesem Falle keinen Anspruch auf Gratifika-tion.

17. jeder der über Sommer zu bleiben hat, und während des Sommers austzu-treten gedenkt, hat für die Sommermonate weder Gratifikation noch Zulage zu fordern und bekommt dann bloß das gewöhnliche ausgemachte Monatsgeld.

18. obige Bedingungen sowohl des Bräupersonales als des Bräuhausinhabers werden jedem beim Eintirtt abschriftlich mitgetheilt und zur genauen Darnachachtung eigenhändig unterschrieben.



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